Gemeinsam singen!

14. Dezember 2014

Als Kind war das Schönste am ganzen Weihnachtsfest immer die Geschenkeschlacht unterm Weihnachtsbaum. Wenn Barbie, Kuscheltier und Lego-Haus endlich aus dem Papier befreit wurden und das allgemeine „mit den Geschenken spielen“ beginnen konnte, waren meine beiden Brüder und ich einfach selig.

Heute sieht das natürlich etwas anders aus: Die Geschenke geraten in den Hintergrund, vielmehr freuen wir uns, endlich einmal alle mit Kind und Kegel um uns zu haben und gemeinsam (möglichst) besinnliche Stunden zu verbringen. Dass das mit meinen fünf kleinen Neffen und Nichten schwierig ist, da diese – oh Wunder – ebenso auf die Geschenkeschlacht aus sind wie wir früher, wird uns dann jedes Jahr aufs Neue bewusst.

Aber es gibt eine liebgewonnene Tradition, die auch die aufgekratzten Geschenkekids für einen Augenblick zur Ruhe kommen lässt: Und das ist der Moment, wenn der große Tannenbaum in unserem Elternhaus zum ersten Mal im (echten) Kerzenlicht erstrahlt, wir uns vor ihn setzen und gemeinsam Weihnachtslieder singen. Dabei geht es rundum: Der jüngste Familienzuwachs (bei Klitzekleinen versuchen die Eltern ihre Gedanken zu lesen und entscheiden für sie) sucht sich das erste Lied aus, danach geht es aufsteigend nach Alter bis zum ältesten Familienmitglied. Daraus ergibt sich ein tolles Wunschkonzert mit Kinderklassikern wie „In der Weihnachtsbäckerei“ und Oldtimern wie „Es ist ein Ros entsprungen“. Manchmal spielt einer von uns dazu auf der Gitarre oder dem Klavier, was die Besinnlichkeit natürlich ins Unermessliche treibt…

gemeinsam-singen

Ich finde es wirklich beruhigend zu sehen, dass es doch nicht (nur) die Geschenke und das Materielle sind, die die Familie zu Weihnachten zusammenbringt. Sondern vor allem geht es um gemeinsame Momente, ob es das gemeinsame Singen, Spielen oder das miteinander reden bei einem Glühwein und Keksen ist. Und wenn ich sehe, wie sogar die Kleinsten bei „Oh Tannenbaum“ leuchtende Augen bekommen und konzentriert und aufmerksam mitsingen, weiß ich, dass es auch für sie wichtigere Dinge als Feuerwehrauto und Play Station gibt.

Tipp: Ihr solltet vorsichtshalber eine gut gefüllte Liedermappe mit Euren schönsten Weihnachtsliedern parat haben, da die Textsicherheit der jüngeren Generation (mich eingeschlossen) doch hier und da sehr zu wünschen übrig lässt.

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Julia
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Julia

Eigentlich wollte Julia Hotelmanagerin werden und für immer kreuz und quer um die Welt jetten. Der Start war vielversprechend – sie lebte ein Jahr in den USA, dann in Mexiko und Frankreich –, doch als sie später eher zufällig zum Studium nach Münster kam, war es um ihre großen Pläne geschehen. Mode-PR statt Hotelmanagement, ländliche Idylle statt Wolkenkratzer. Dass sie ihr Herz einmal an die westfälische Provinzhauptstadt verliert, stand so definitiv nicht auf Julias „Bucket List“. Doch mittlerweile ist die gebürtige Mindenerin bereits zwölf Jahre in Münster und fühlt sich pudelwohl. Ihr leicht entflammbares Fernweh stillt sie mit ausgedehnten Urlaubsreisen und kulinarischen Ausflügen in die internationale Genusswelt der Fahrradmetropole. Für den sportlichen Ausgleich zieht es sie dann regelmäßig zum Joggen auf die zahlreichen Grünflächen oder zum extreme Shopping durch die Republik. Denn für ein modisches Schnäppchen ist ihr immer noch kein Weg zu weit …

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